Ein Vereinskamerad hatte mir von einer Veranstaltung erzählt, die einzigartig sein sollte und 1999 das letzte Mal stattfinden würde. Der Trans Swiss Triathlon startet an der italienischen Grenze am Lago Maggiore und endet an der deutschen Grenze in Schaffhausen. Highlight dabei ist die Überquerung des Gotthard.

Es hatten sich schließlich 1.111 Teilnehmer angemeldet. Zur Meldestelle hatte man sich zu einem Gelände des Siemens-Konzerns in der Nähe von Zürich zu begeben Dort konnte das Auto im Parkhaus abgestellt werden, man erhielt seine Startunterlagen, die unter anderem auch eine Tasche für sein Fahrrad, den Velo Yellow Case und einen Rücksack umfaßte. Die Teilnehmer wurden dann mittels dreier Sonderzüge der SBB Richtung Süden nach Tennero gebracht. Dort befindet sich ein riesiges Sportgelände, auf dem in Turnhallen und riesigen Armeezelten übernachtet wurde, bevor man am nächsten Morgen mit Passagierschiffen auf die andere Seite des Lago Maggiore gebracht wurde, wo sich der Schwimmstart befand. Die Schwimmstrecke von 3,5 km im recht kühlen Nass absolvierte ich in 1:17,20 Std. Nach den ersten Stunden auf dem Rad und bereits einigen absolvierten Kilometern begann der Anstieg zum St. Gotthard. Nach einiger Zeit wähnte ich hinter jeder sichtbaren Serpentine den Gipfel und den angekündigten Verpflegungspunkt. Nach etlichen Serpentinen erreichte ich dann den Gipfel, wobei mit zunehmender Höhe sogar Schnee an Wegesrand lag und es empfindlich kühl wurde. Hier oben hatte man ein riesiges Zelt aufgebaut, wo man reichlich zu essen bakam und vor allem sich frische Klamotten anziehen konnte. Hier zeigte sich die Erfahrung der Veranstalter, denn mittels ausgeklüfteten Transport- und Verpackungssystems diente z.B. das Velo Yellow Case hier dazu, die persönlichen Anziehsachen zum Wechsel hierhin zu transportieren und natürlich die bisher getragene Bekleidung aufzunehmen, die man dann später am Wechselpunkt Rad/Lauf auf dem Siemensgelände in der Nähe von Zürich zurückzuerhalten.

Nachdem beim Anstieg auf den Gipfel der Straßenbelag überwiegend aus Kopfsteinplaster bestand, konnte man bei der Abfahrt das Rad auf dem glatten Asphalt richtig schön laufen lassen. Leider gab es hier Autoverkehr, die einen etwas behinderten, weil man vor allem in den Kurven schneller als die Autos fahren hätte können. Aufgrund der Länge dieser Veranstaltung war klar, dass es keine Absperrungen geben würde, so dass man die Allgemeinen Verkehrsregeln, also auch Ampeln und Vorfahrtsregeln beachten mußte. Außerhalb der Auf- und Abfahrt zum Gotthardpass bildeten sich beim Radfahren kleine Gruppen. So war man in Gesellschaft, mußte nicht so sehr auf die Wegführung achten, die mit großen gelben Schildern vorgenommen wurde und vor allem durch Nutzung des Windschattens, so dass die Bewältigung der 225 km etwas einfacher gestaltete.

Nachdem ich mein Rad im Parkhaus abgestellt hatte, begann es auf der 51-km-Laufstrecke dunkel zu werden. Der Start war morgens um 6 Uhr gefallen und nach der erwaähnten 1:17 Std. für die Schwimmstrecke und 11:42 Std. für den Radpart verblieben mir noch 8,5 Std. zum Erreichen des Ziels spätestens um 3.33 Uhr in der Nacht auf dem Munot in der Nähe von Schaffhausen.

Nach 7:42 Std. Laufzeit und insgesamt benötigten 20:42 Std. erreichte ich das Ziel und erhielt den begehrten Granit, den nur Finsher dieses Wettkampfs erhalten.