Neuseeland 1997 begann für mich eigentlich recht spontan, was ich aber nie bereut habe. Wie kam es also zur Teilnahme am Irinman New Zealand ?

Wie üblich hatte ich mich recht früh zu unserem Dienstags- bzw. Donnerstagslauftreff ( nach so vielen Jahren zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung kann man sich da nicht mehr so genau dran erinnern ) eingefunden und traf zu meinem Erstaunen Michael Behnsch. Michael wohnte und arbeitet außerhalb von Duisburg und kam deshalb selten zum Lauftreff. Nach der Begrüßung erzählte er mir, dass zu seiner geplanten Reise nach Neuseeland mit Teilnahme am dortigen Ironman, vor ein paar Tagen unser Vereinskamerad Hilmar seine Mitfahrt abgesagt hätte, da er zu dem Zeitpunkt der Reise keinen Urlaub bekommen würde.

Michael fragte mich dann, ob ich jemanden kennen würde, der Hilmars Platz einnehmen könnte. Nach einer kurzen Bedenkpause sagte ich "Ja", worauf Michael fragte: "Wer denn ?". "Ja, der steht vor Dir" war meine Antwort. Michael war sichtlich überrascht, fand diese Idee aber dann ganz gut. Somit begannen wir unsere Reise zu planen. Die Hauptfakten waren schnell geklärt: Wir wollten möglichst viel Zeit vor dem Ironman dort sein, um bei dem dort herrschenden Spätsommer noch ordentlich Radkilometer zu machen. Um aber auch "Land und Leute" kennenzulernen, würden wir uns ein Wohnmobil mieten, um sowohl die Süd- als auch die Nordinsel Neuseelands zu bereisen. Nachdem ich von meinem Arbeitgeber das "Okay" für den 5-wöchigen Urlaub bekommen hatte, ging es an die Buchung der Flüge und des Wohnmobils. Dabei stellte sich heraus, dass bei Buchung der Flüge nur wenige Tage vor unserem Hinflug bzw. einen Tag später bei der Rückreise unheimlich viel billigere Flüge zu bekommen waren. Außerdem wurde uns erst einmal bewußt, dass die Flüge jeweils ca. 24 Stunden dauern würden und wir ja noch einmal Zeit auf unsere Reiseplanung draufrechnen mußten und somit mehr Urlaub haben mußten. Für Michael war das wohl überhaupt kein Problem. Schließlich ließ ich mich von Michael überreden, meinen Vorgesetzten auf die Verlängerung meines Urlaubs anzusprechen. Ich hatte schon so ein schlechtes Gewissen, da normalerweise alles über 3 Wochen Urlaub schon mehr als ungern gesehen wurde. Überraschenderweise willigte mein Vorgesetzter der Urlaubsverlängerung ein - immerhin waren das jetzt insgesamt 6,5 Wochen !

Mir war von vornherein klar, dass wir unsere geplanten Radtrainingsfahrten nicht gemeinsam machen konnten, da Michael ein so guter Radfahrer ist, dass er gewissermaßen seine Beine vorne über den Lenker legen könnte und immer noch schneller als ich sein würde. Daher schlug ich ihm schon sehr früh zu Beginn unserer Reiseplanung vor, dass wir das so machen sollten:

Wir wollen ja sowieso zur Bereisung des Landes am Tag von A nach B kommen. Somit muß sowohl das Reisemobil, als auch wir selber irgendwie von A nach B kommen. Wenn als der erste von A mit dem Reisemobil losfährt, der andere aber von A mit dem Rad, dann kann man einen Punkt C irgendwo zwischen A und B ausmachen, wo das Fortbewegungsmittel gewechselt wird. Derjenige, der mit dem Reisemobil losgefahren ist, stellt das Auto am Punkt C ab und fährt mit seinem Rad weiter Richtung B. Derjenige, der mit dem Rad losgefahren ist, erreicht später den Punkt C, verstaut sein Rad im Reisemobil und fährt mit diesem Richtung B. Bereits nach ein paar Tagen hatten wir das so gut im Griff, dass wir fast immer am Zielpunkt B nahezu gleichzeitig eintrafen. Michael hatte natürlich eine entsprechende längere Radstrecke zu absolvieren, so dass er etwa die gleiche Zeit wie ich benötigte.

Der Tag des Rennens rückte näher und Michael wurde immer nervöser. Er hatte in den vergangenen Jahren mehrmals versucht, sich in Roth für seinen Traum "die Teilnahme am Ironman auf Hawaii" zu qualifizieren. Dies hatte er immer um ein paar Minuten verpaßt.

Hier in Neuseeland hatten in den Vorjahren Teilnehmer diesen Qualiplatz erhalten mit Zeiten, die Michael normalerweise unterbietet. 

Für mich verlief der Ironman recht erfolgreich: Nach 12:56,09 Std. erreichte ich das Ziel, wobei ich den abschließenden Marathonlauf in 4:31,10 Std. bestritt.

Im Ziel traf ich Michael. Auf meine Frage, ob er die Quali hätte, antwortete er enttäuscht "Nein". Das stellte sich am nächsten Tag als falsch heraus. Er hatte zwar in seiner Altersklasse einen Platz erreicht, der hinter der Anzahl der Qualiplätze in seiner AK entsprach. Dadurch dass aber nicht alle Teilnehmer vor ihm das Startrecht wahrnahmen, rückte er auf einen Qualiplatz.