Zum ersten Mal begab ich mich in unser Nachbarland Österreich, um an einem reinen Langstreckenschwimmen teilzunehmen.

Die Gegend kannte ich schon, da ich in der Nähe (Moosburg) 2007 meinen doppelten Ironman gemacht hatte.

 

Das Wörtherseeschwimmen gehört zur Austria Open Majors Serie, die aus insgesamt 8 Schwimmwettbewerben besteht und hier war die Abschlußveranstaltung für 2019.

Angeboten wurden 17 km ( volle Seelänge ), 10 km ( nur als Elite schwimmen ohne Neoprenanzug und ohne Sicherungsboje ), 9 km ( etwa halbe Seelänge ) und 3 km.

Ich hatte mich für die 9 km entschieden, da mir 17 km einfach zu weit sind und die 10 km waren eben nichts für mich, bin eben keine „Elite“. So blieb die 9km-Distanz, da 3 km für eine so weite Anreise natürlich ein wenig zu kurz wäre.

Am Vortag war zunächst von 12 bis 17 Uhr Registrierung und Briefing angesetzt, was sich vor Ort als nur Registrierung herausstellte, weil es um 19 Uhr die Wettkampfbesprechung gab.

Beim Abholen der Wettkampfunterlagen sah ich plötzlich Sicherheitsbojen und der, der gerade seine Sachen abholte, zückte gerade seine Geldbörse und bezahlte etwas. Sollte ich hier eine Sicherheitsboje kaufen müssen und zu Hause liegen inzwischen 4 Stück ?

Endlich an der Reihe bekamen alle die Boje in ihrem Pack, mußten aber 3 Eure als Miete für den Zeitnehmchip bezahlen – warum hat man die nicht mit in das Startgeld eingearbeitet ?

In meiner Unterkunft angekommen, wollte ich dann den Bauchgurt einstellen und stelle fest, daß der auch in der längsten Einstellung zu kurz für meinen Bauch ist.

Ja, mein Bauch ist inzwischen nicht mehr flach, aber der ist für solch einen Gurt nicht mehr geeignet. Was tun – ich entschloß mich, noch einmal zur Ausgabe zu gehen und dort mein Problem zu schildern.

Dort angekommen, brauchte ich mein Problem kaum aussprechen – es war dort bekannt und ich bekam anstandslos einen zweiten Gurt. Den sollte man mit dem bisherigen verbinden und so verlängern.

Nun stellte sich heraus, daß bei der Einstellung beider Gurte auf die kürzeste Länge der Gurt etwas zu locker ist und ich die Befürchtung hatte, daß ich den Gurt beim Schwimmen verlieren könnte oder zumindest, daß er immer wieder runterrutschen könnte.

Nach etwa einer Viertelstunde hatte eine Helferin den Gurt an einer Stelle durch eine Dreifachführung verkürzt, so daß ich den Gesamtgurt auf die gewünschte Länge einstellen konnte.

Erstaunlicherweise haben in dieser Viertelstunde etwa 10 andere Schwimmer auch nach einem Zusatzgurt gefragt und der Veranstaltungsleiter war recht genervt, als ich zu ihm meinte, daß er das dem Anbieter HEAD doch mal sagen sollte, daß der Gurt ja wohl nicht so richtig wäre.

Bei der Wettkampfbesprechung hatte man eine schöne Karte des Wörthersees mit den Linienführungen der einzelnen Wettbewerbe dargestellt.

Letztendlich stellten sich die dargestellten Linienführungen als teilweise falsch heraus, da alle am oberen Ufer Richtung Ziel einen Bogen schwimmen müssen, um auf die angegebenen Streckenlängen zu kommen.

Am nächsten Morgen traf man sich im Strandbad Klagenfurt, um dann gemeinsam zur Anlegestelle der Wörtherseeschifffahrt zu gehen.

Dort lag bereits ein Schiff, das aber nicht für uns war.

Kurz darauf kam ein weiteres Schiff, das uns ca. 50 Schwimmer aufnahm und zu unserem Startort Pötschach fuhr.

Dort hatten wir ca. 20 Minuten Zeit, um unsere Neoprenanzüge anzuziehen ( nur sehr wenige Schwimmer trugen letztendlich keinen Neoprenanzug, obwohl die Wassertemperatur mit 21 °C angegeben war ) und unsere Taschen in den Wagen des Orgaleiters zu verstauen.

Dann gab es ein Gruppenbild und es ging zum Ende des Schiffsanlegestegs, wo ich sah, daß die ersten ins Wasser sprangen und überraschenderweise direkt losschwammen – also gab es keinen Startschuß.

Ich setzte mich am Ende des Stegs hin, um dann ins Wasser zu springen – dabei ging gleich der Verschluß meines Gurts der Rettungsboje auf, also aufstehen, neu anlegen und doch ohne hinsetzen reinspringen.

Dabei ging der Gurt noch einmal auf, also Gurt im Wasser noch einmal anlegen und losschwimmen – danach hatte ich mit dem Gurt Gott sei Dank kein Problem mehr.

Lt. Wettkampfbesprechung am Vortag hatte man uns erklärt, daß der Startort und das Ziel unseres 9km-Rennens zwar identisch zum 10-km-Eliteschwimmen wäre, wir aber am Anfang eine Insel nicht umschwimmen müßten.

Meiner Ansicht nach hätten wir zu Anfang deshalb weiter nach links schwimmen müssen, da aber die anderen vor mir nach rechts schwammen, tat ich das auch.

Meine GPS-Messung hat am Ende 9.768 m angezeigt – ob wir also doch die 10 km-Strecke geschwommen sind oder ich eben nicht ganz gerade geschwommen bin und so die Mehrmeter zusammen kamen, werde ich nie klären können.

Somit ist bereits gesagt, daß ich ins Ziel kam, was mir aber am Ende äußerst schwer fiel. Beim 3km-Start sollte es eine Verpflegungsstation geben, die ich aber nicht sah.

Auf den ersten 6 km gab es ganze 2 Orientierungsbojen und danach gefühlt alle 500m eine.

Insgesamt wurde ich in 3:55,40 Std. 32. von 37 Finishern – nur 2 Teilnehmer schwammen ohne Neoprenanzug, ich hatte mich auch für den Neoprenanzug entschieden.

Trotzdem war ich am Ende recht durchgefroren und nach dem Umziehen begab ich mich zum Zielbereich, wo für mich überraschenderweise bereits der Zielbogen und andere Sachen abgebaut wurden.

Nach meiner Zeitrechnung mußten zumindest noch ein Großteil der 17-km-Schwimmer unterwegs sein, obwohl die etwas früher als wir gestartet waren.

Von 41 Teilnehmer konnten nur 18 das Ziel erreichen.

Der letzte Finisher ist mit 6:43 Std. verzeichnet.

Das war in der Vielzahl meiner Teilnahmen an Langstrecken- / Offenwasserschwimmen das erste Mal, daß ein Rennen abgebrochen wurde.

Einmal wurde ein Schwimmen nur nicht gestartet, ansonsten hatte ich bisher immer Glück, da ein Abbruch normalerweise mich treffen würde, da ich mich ja immer bei den letzten Schwimmern befinde, wenn nicht sogar „der Letzte“.

Hier hatte ich natürlich Glück, daß mein Wettbewerb bereits beendet war, während das fast doppelt so lange Schwimmen eben noch unterwegs war.

2 mir bekannte Schwimmer ( Anke Tinnefeld und Sven Eckardt ) hatte ich am Abend zuvor noch nach Beendigung der Wettkampfbesprechung „viel Glück“ gewünscht, was Ihnen nicht geholfen hat, da beide zu den DNF gehörten.

Von Sven weiß ich inzwischen, daß er bei ca. 14 km aus dem Wasser geholt wurde.

 

Gewitter erzwingt Abbruch

Neben der Schwimmdistanz entwickelten sich die Bedingungen im Wörthersee zu einer weiteren Herausforderung für die Sportler. Nach einem Temperatursturz von 24 auf 12 Grad innerhalb von 24 Stunden erschwerten zunächst starker Wind und Wellen den Schwimmern das Kraulen im See. Später zog auch noch ein Gewitter auf.

Während die kürzeren Strecken noch regulär beendet werden konnten, wurde das 17-Kilometer-Langstreckenschwimmen, das am Morgen um 8.45 Uhr in Velden gestartet worden war, nach fast sieben Stunden durch die Wasserrettung abgebrochen. "Mehr als die Hälfte der Teilnehmer konnte leider die letzten Kilometer nicht mehr absolvieren, wurden aber sicher ins Ziel gebracht", schreibt der Veranstalter auf seiner Website.