Der Bodensee hat an seiner breitesten Stelle Friedrichshafen nach Romanshorn eine Breite von 14 km. Inzwischen gibt es 2 Organisationen, die eine sogenannte Breitenquerung anbieten, die allerdings mit ca. 11 km nicht die komplette Breite ausschöpft.

Harald hat 2016 mit der zu diesem Zeitpunkt einzigen Organisation „Bodenseequerung“, die diese Querung anbot, sein erstes Schwimmen über den Bodensee gemeistert.

Dabei wird der Schwimmer von einem Boot begleitet, auf dem sich auch seine Betreuer befinden, die ihn dann mit Verpflegung versorgen können.

Harald startete aufgrund der an diesem Tag bestehenden Windrichtung im schweizerischen Romanshorn und schwamm nach Friedrichshafen.

Bei einer Wassertemperatur von 20 °C erreichte Harald, betreut von Volker Koopmann, das Ziel in 5:05 Std.

 

 

 

In diesem Jahr unternahm Harald die Breitenquerung erneut, diesmal mit einer neuen Organisation, dem „Bodensee-Openwater“.

Dabei starten 55 Teilnehmer (Teilnehmerlimit) eingeteilt in mehreren kleinen Gruppen im Minutentakt im Strandbad Friedrichshafen um kurz nach 6 Uhr morgens.

Mit etlichen Begleitbooten der DLRG und einigen Paddlern wurde das Teilnehmerfeld abgesichert. Die Wassertemperatur betrug diesmal 24 Grad, trotzdem schwamm ungefähr die Hälfte der Teilnehmer im Neoprenanzug – Harald trat nur in Badehose an.

Aus Sicherheitsgründen mußte jeder Teilnehmer eine Sicherheitsboje hinter sich her ziehen.

Die ersten Kilometer vergingen recht schnell, aber irgendwann hatte Harald das Gefühl, daß das als Orientierungspunkt geltende weiße Hochhaus einfach nicht näher kam.

So kam irgendwann Frust auf, weil das eine Begleitboot den links vom weißen Hochhaus befindlichen Kirchturm als Zielpunkt ausgab, das andere Begleitboot aber das weiße Hochhaus. Um sich zu orientieren, mußte Harald immer wieder anhalten und die Orientierungspunkte suchen. Hier war es vor 3 Jahren einfacher, da man das Begleitboot dicht neben einem eben viel besser sieht.

 

Irgendwann fragte ich dann den Kajakfahrer, wie weit es noch wäre.

Er meinte: 2 bis 3 Kilometer. Einige Zeit später fragte ich ein DLRG-Boot:

Antwort nach Rücksprache beim Schiffsführer: 2,7 Kilometer – Ergebnis: Frust

Ich dachte tatsächlich mehrmals ans Aufhören gedacht, aber immer, wenn ich fast soweit war, fuhr das Begleitboot gerade weg.

Bei der Wettkampfbesprechung hatte man uns gesagt, dass zum Schluß rote Orientierungsbojen etwa 1 Kilometer vom Ziel entfernt wären.

Ich suchte diese immer wieder, konnte diese aber nicht entdecken.

Die Begleitboote sprachen zwar davon, aber ich konnte sie einfach nicht sehen.

Dann, ganz viel später konnte ich die roten Bojen sehen und: das konnte unmöglich einen Kilometer vom Ziel weg sein. Es waren dann vielleicht noch 100m !!!

Ich konnte das Ziel, das Strandbad Romanshorn erreichen – meine Uhr zur Aufzeichnung der Schwimmstrecke hatte leider versagt – Akku war alle, obwohl ich es vor dem Schwimmen noch auf 100 % Akkuladung hatte.

Später erfuhr ich dann, daß ich 4:52,40 Std. benötigt hatte und somit über 12 Minuten schneller war als 2016.

Was wäre für eine Zeit drin gewesen, wenn ich nicht immer wieder angehalten hätte, um mich zu orientieren ?

Erstaunlicherweise konnte ich nicht nur erwartungsgemäß den 74-jährigen Jürgen Müller-Wolff, sondern auch noch ein paar andere Schwimmerinnen und Schwimmer hinter mir lassen !

Meine Platzierung: Platz 49 von 53 Platzierten.

Später stellte ich fest, daß meine Uhr wohl alles bis zum Akkuversagen aufgezeichnet hatte – dort war angegeben:

Zeit: 3:59,10 Std. und 11.328 m – da dann ja noch 53 Minuten fehlten, ich aber sicher langsamer wegen der dann häufigeren Stopps geworden bin, schätze ich dann mal, daß ich noch etwa 1.700m geschwommen sein mag und somit 13 km insgesamt !!!