Am 14. August 2010, also keinen Monat nach meiner Teilnahme an der Ärmelkanalstaffel, begab ich mich ins brandenburgische, um am Langstreckenschwimmen in Neuruppin teilzunehmen. Bei dieser Veranstaltung werden Strecken von 1 / 5 / 10 und 15 km angeboten. Zur Teilnahme hatten mich meine Kanalmitschwimmer, vor allem Anke und Karl überredet, die von der besonderen Atmosphäre dieser veranstaltung sprachen.

Nachdem Christian mir noch anbor, bei ihm in Berlin zu übernachten und dann gemeinsam zum Start zu fahren, konnte ich nicht widersprechen.

Irgendwie hatte ich mich über die Veranstaltung so gut wie nicht informiert - die Informationen im Internet waren aber auch sehr spärlich - begab ich mich im Nachhinein etwas "blauäugig" an den Start.

Nach dem Frühstück begaben wir uns auf die Fahrt nach Neuruppin. Nach der Ankunft holten wir unsere Unterlagen ab und Bruno und ich wurden von Vereinskameraden von Christian zur Startstelle der 10 km-Strecke gebracht. Dort warteten wir eine gefühlte Ewigkeit, bis vom Veranstalter die restlichen Starter der 10 km gebracht wurden. Vom Ziel, wo sich auch die meldestelle befindet, werden vom Veranstalter alle Starter der 15 und 10 km-Strecke mit Kleinbussen zunächst zum 15-km-Start gebracht. Nachdem der Start erfolgt ist, werden die 10 km-Schwimmer zu deren Startstelle gebracht.

Nach dem Start war eine der ersten Schwierigkeiten die Orientierung. Zum Glück waren immer irgendwo Begleitboote oder Badekappen von anderen Schwimmern zu sehen. So langsam bekam ich Hunger und Durst ( ja, auch Durst kann man bekommen, obwohl man sich ja inmitten von viel, viel Wasser befindet, was man ja sowieso ständig etwas schluckt ). So langsam müßte ja jetzt die Startstelle für die 5-km-Schwimmer kommen, wo es ja hoffentlich eine Verpflegungsstelle gibt. Schließlich erreichte ich das Ufer, wo es aber zu einem Schrecken keine Verpflegung gab. So mußte ich weiterschwimmen und bekam schon kurz danach einen "Hungerast". Glücklicherweise kam ein Begleitboot zu mir und fragte, ob alles klar wäre. Nachdem ich von meinem "Hungerast" erzählte, gab man mir 2 Bananen und etwas zu trinken. Kurzzeitig ging es mir dann besser, was leider nicht lange anhielt. Endlich kam das Ziel in Sicht und ich mobilisierte meine letzten Kräfte. Plötzlich kam ein Begleitboot und teilte mir mit, dass ich jetzt praktisch die gesamte Seebreite noch mal vom Ziel weg schwimmen müßte und dann erst zum Ziel. Das gab mir moralisch den Rest und ich wollte einfach nur noch Ziel erreichen.

Nur wenige Meter vor dem Ziel überholte mich dann noch ein Teilnehmer - Karl, mein Mitschwimmer vom Ärmelkanal.

Später berichtete man mir, dass ich schon ungefähr die Hälfte der Seebreite absolviert hatte und Karl erst an der Wendeboje ankam. Somit war Karl zum Schluß wohl ungefähr doppelt so schnell wie ich und erreichte 19 Sekunden vor mir das Ziel. In4:25,49 Std. belegte ich dann den letzten Platz 15 Finishern.