1983 trat ich in die Jugendgruppe des Oberhausener Philatelisten-Vereins bei. Bereits kurz danach übernahm ich den Posten eines Kassenwarts, um dann von 1985 an die Leitung der Jugendgruppe zu übernehmen.

Höhepunkt war die Ausrichtung der NAJUBRIA ( Nationale Jugend-Briefmarkenausstellung ) im Jahre 2003. Kurz danach gab ich die Leitung der Jugendgruppe ab.

Im Landesring Nordrhein-Westfalen der Deutschen Philatelisten-Jugend übernahm ich 1993 den Posten des 2. Vorsitzenden, wechselte 2004 zum Geschäftsführerposten bevor ich 2010 den Vorstand verließ.

 

Mein Bruder Klaus, der ja 9 Jahre älter als ich ist, hatte mal angefangen, Briefmarken zu sammeln.

Das gab er relativ schnell auf und schenkte mir seine wenigen Alben.

Ich fragte natürlich in der ganzen Verwandtschaft nach Briefmarken, aber sonderlich ergiebig war das nicht.

Eines Tages kam mein Bruder von der Arbeit nach Hause und fragte, ob ich morgen Zeit hätte.

Auf der Zweigstelle der Deutschen Bank in Oberhausen-Holten, wo er damals arbeitete, hatte sein Chef ihn in den Archivkeller geschickt, damit er einem Entsorger die Akten zeigen sollte, die vernichtet werden sollten.

Diesen Keller kannte mein Bruder vorher gar nicht. Dort befanden sich Bankschecks aus den 5oer-Jahren mit Briefmarken frankiert.

Er hatte jetzt die Idee, dass ich mit ihm zusammen die Belege durchsehe und nach besseren Briefmarken suchen könnten.

Das machten wir dann auch und wir fanden neben der allgegenwärtigen 4 Pf – Posthorn auch ein paar andere 4-Pfennig-Marken, vor allem Wohlfahrtsmarken.

Insgesamt 75 x war die 4 Pf Wohlfahrt von 1953 dabei, die damals im Michelkatalog immerhin 16 DM stand.

 

Gemeint ist die 4-Pfennig-Marke oben links

Mit diesen Fundstücken begann ich nun, die diversen Großtauschtage zu besuchen, um meine wertvollen Marken loszuwerden.

Zunächst nahm man mir einige ab, aber bald hatten alle regelmäßigen Besucher diese schon und ich war der „4-Pfennig-Wohlfahrsmarken-Mann“.

Ich schaute mir die Angebote der anderen Anbieter an.

Der Renner war gerade der Kleinbogen mit 10 Marken von 1979.

Die Versandstellen hatten an alle Abonnenten nur eine Marke des Kleinbogens versandt. Da aber die Vordruckalbenverlage die Kleinbögen in die Nachträge hineinnahmen, war plötzlich eine große Nachfrage da und damit stiegen die Preise.

Nun kam ein neuer Kleinbogen von 1980 heraus.

Ich nutzte die Pause in der Berufsschule, um zur nahen Hauptpost zu gehen und diese Kleinbögen zu kaufen.

Dort war aber bereits „Ausverkauf“, aber als „heißen Tipp“ bekam ich die Info, dass der Kollege an Schalter sowieso erst mittags seinen Dienst aufnimmt und die Kleinbögen noch haben müsste.

Das passte, zu der Zeit war meine Berufsschule um.

Also ging ich noch mal zur Post und „lungerte“ etwas im Schalterraum herum.

Irgendwann stellte sich einer an den besagten Schalter. Ich reagierte schnell und stand als 3. an, drehte mich um und sah eine endlose Schlange.

Das alles innerhalb von vielleicht zwei Minuten.

Die Öffnungszeit nahte, aber der Schalterbeamte war nicht zu sehen.

Mit etwa 10 Minuten Verspätung kam er und richtete seinen Schalter erst einmal in aller Ruhe ein.

Langsam kam das Gerücht auf, dass er wohl pro Person nur begrenzt Kleinbögen abgeben würde, ansonsten würde wohl schon der 10. oder 15. keinen mehr bekommen.

Schließlich begann der Verkauf. Ich kam dran und bekam die 7 Bögen (mehr Geld hatte ich einfach nicht dabei).

Als ich diese „Heiligtümer“ am Schreibplatz behutsam einpacken wollte, kam jemand und fragte, wie viele ich bekommen hätte.

Sieben war meine Antwort und auf die Gegenfrage wie viele ich haben wollte antwortete ich ebenfalls: Sieben.

Mein Gegenüber seufzte und bot mir 10 DM für jeden Kleinbogen.

Ich hatte gerade 9 DM pro Bogen bezahlt, aber lehnte ab.

Beim nächsten Großtauschtag konnte ich 6 Bögen für 12 DM verkaufen, einen habe ich natürlich für meine Sammlung behalten.

Einige Wochen später bin ich auf einem Postamt und da fragt mich der Schalterbeamte, ob ich den Kleinbogen haben wolle.

Ich war erstaunt über diese Frage, worauf er mir erklärte, dass nach dem Ausverkauf am Ausgabetag diese Bögen nachgedruckt wurden und eben jetzt schon einige Zeit bei ihm schlummern würden.

Danach war man froh über jeden Pfennig mehr, den man über den Kaufpreis bekam.

Altes Gesetz: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Anfang 1981 kamen dann die ersten Automatenmarken auf den Markt.

Diese gab es bundesweit aber nur an 14 Automaten und der von der Entfernung nächste stand in Köln.

Also nach Köln gefahren, mit viel Kleingeld bewaffnet und dann etwa eine Stunde den Automat belagert, um die 14 verschiedenen Wertstufen für 17,40 DM mehrmals zu ziehen.

Besonders wichtig waren die Quittungen, die dann belegten, dass man die Marken eben am Erstausgabetag gezogen hat.

 

Diese Sätze ließen sich dann ganz gut mit Gewinn verkaufen.

 

Briefmarken und Sport:

                          

1983: Bei einem Großtauschtag verabschiedete ich mich dann einmal vorzeitig, weil ich mich zum Fußballspielen verabredet hatte.

Mein Tischnachbar erzählte mir dann noch schnell, dass nächstes Wochenende einige nach „Bochum“ zu einem Fußballturnier fahren würden. Man bräuchte noch Mitspieler und ich könnte kostenlos mitfahren.

Ich sagte zu und er erklärte, wo ich mich einfinden müsste.

Am besagten Morgen war ich etwa 5 Minuten zu spät, aber einer in einem weißen Golf wartete auf mich und fuhr gleich los.

Irgendwann ließ er „Bochum“ links liegen und ich fragte, wo er denn hin fahren würde,

Seine Antwort war „Beckum“. Diesen Ort kannte ich noch nicht, aber das sollte sich bald ändern. Beckum ist von Oberhausen 100 km entfernt und liegt etwas östlich von Hamm / Westfalen.

Dort fand ein Fußballturnier in 4 Sporthallen mit etwa 20 Mannschaften statt und das waren alles Mannschaften von Briefmarkenjugendgruppen.

Man erzählte mir, dass es auch noch Basketball-, Handball-, Tischtennis-, Schach-, Skat- und sogar Minigolfturniere gäbe.

Das fand ich toll und außerdem hatte man ja „enorme Kosten“ für die lange Fahrt nach Beckum. So entschloß ich mich, der Jugendgruppe Oberhausen beizutreten – der Beitrag von 10 DM jährlich war ja auch irgendwie finanzierbar.

 

Briefmarken, Veranstaltungen und Vereinsämter:

Bereits 2 Monate später, als ich zum 3. oder 4. Mal beim Gruppentreffen war, sprach mich Peter (das war der, der mich beim Großtauschtag zum Fußballturnier eingeladen hatte) an, dass ich als kaufmännischer Auszubildender ja wohl rechnen könne und man gerade einen Kassenwart sucht.

Er nannte mir einen Namen und eine Telefonnummer.

Nachdem ich mich dort bei Igor angemeldet hatte, begrüßte er mich dann mit den Worten „Hat man endlich einen gefunden .......“.

Kurze Zeit später berichtete man mir, dass man eine große Ausstellung vorbereiten würde. Diese sollte 1985 im Revierpark Vonderort stattfinden.

Da Peter ( er war übrigens der Gruppenleiter ) kurze Zeit später krank wurde und längere Zeit im Krankenhaus verbrachte, wurden die Vorbereitungen fast ausschließlich von Thomas Segermann und mir durchgeführt.

Ein weiteres junges Mitglied namens Martin Janzen ( damals 15 Jahre alt ), fing an, einige Sachen für die Ausstellung zu basteln.

So entstand eine Lostrommel, mehrere „heiße Drähte“ ( Man musste mit einem runden Metallstab an einem mehrfach gebogenen Draht entlang gehen, ohne diesen zu berühren), eine Bläckbox und ein Riesenglücksrad, das später noch manches Mal erhebliche Transportprobleme bereiten sollte.

Die Ausstellung wurde ein voller Erfolg und es folgten viele, viele Veranstaltungen, Messebeteiligungen usw., deren Darstellung hier den Rahmen sprengen würde.

Es war jedenfalls eine schöne Zeit, in der ich ca. 20 Jahre die Gruppe Oberhausen leitete und auch über 15 Jahre dem Vorstand des Landesrings NRW angehörte.

 

Briefmarken und Reisen:

Neben den Sportturnieren war ein wesentliches Standbein bei der organisierten Philatelie das Reisen.

So fand jahrelang in den Herbstferien eine Berlinfahrt auf dem Programm.

Man musste zwar ein Pflichtprogramm mitmachen, aber es blieb auch genügend Freizeit für eigene Unternehmungen.

Weitere Fahrten führten uns zumeist aus Anlaß des Besuchs von internationalen Briefmarkenausstellungen nach Kopenhagen / Dänemark, Stockholm / Schweden, Paris / F, London / GB, Peking, Shanghai und Xi’an ( China ), Kujustendil / Bulgarien, Den Haag / Holland und Brüssel / Belgien.