Nachdem ich im letzten Jahr 2018 das "Projekt 100" ausgerufen hatte, womit gemeint war, daß ich mindestens 100 Wettkämpfe bestreiten werde und dies ja auch erfolgreich bestritten habe, möchte ich mich diesmal am "Projekt 250" versuchen.

Dabei ist aber nicht angedacht, 250 Wettkämpfe im Jahr zu absolvieren, sondern mein Ziel ist es diesmal mindestens 250 km in Wettkämpfen zu schwimmen.

Von vornherein war damit klar, daß das nur zu schaffen ist, wenn ich vor allem bei einigen Mehrstunden-Wettkämpfen teilnehmen muß und dort einen Großteil dieser Kilometer absolvieren muß.

Leider verteilen diese Wettkämpfe sich nicht gleichmäßig über das Jahr und so kam es bereits im ersten Monat zu folgender Konstellation: Am 12./13.01.2019 stand in Aachen ein 24-Stunden-Schwimmen auf dem Programm und bereits eine Woche später ein 25-Stunden-Schwimmen in Moers-Rheinkamp und wieder eine Woche später ein 24-Stunden-Schwimmen in Wuppertal.

Zunächst stand also die Veranstaltung in Aachen an. Dabei wurden 2 der 6 vorhandenen Bahnen an Leistungsschwimmer mit einer Anmeldegebühr von 30 Euro vergeben. Für die Teilnahme auf den restlichen 4 Bahnen waren 7 Euro zu bezahlen.

Da man für den Samstagnachmittag eine volle Hütte erwartete, empfahl der Veranstalter erst gegen Abend zu kommen. Dies nahm ich mir zu Herzen und trag gegen 18 Uhr am Schwimmbad ein.

Eine halbe Stunde später begann ich auf einer gemischten Kraul- / Brustschwimmer-Bahn zu schwimmen. Das ständige Überholen bei meist 12 Schwimmern auf der 25m-Bahn war nervig und außerdem mußte ich recht häufig Bekanntschaft mit der Trennleine machen, die man wohl Killerwellenbrecher nennt.

Bei jedem Vorbeischrammen tat das ungeheuer weh und nervte mich noch mehr.

Nach 3 km entschloß ich eine Pause zu machen. Dabei traf ich Gerry, der mit Peter und mir vor einigen Jahren unsere Tour zum Ironman nach Südafrika mitgemacht hatte. Er fragte mich dann irgendwann, wieviel ich denn schwimmen wollte. Nach meiner Antwort, daß ich froh wäre, 10 km zu schaffen, fragte er mich, ob ich bereit wäre, zum "Team Steinberg" dazuzustoßen, da Ihnen der 5. Schwimmer fehlen würde.

Ich schwamm dann danach auf einer reinen Kraulschwimmerbahn und konnte gegen 0.30 Uhr die 10 km erreichen.

Danach fuhr ich nach Hause und erfuhr dann in der nächsten Woche, daß wir als "Team Steinberg" den 2. Platz erreicht haben.

Als Nachtrag: Eine reele Chance auf einen vorderen Platz hatte ich in Aachen nicht. Mit den 10 km fand ich mich auf Platz 54 wieder und die Sieger bei den Frauen und Männern waren am Ende 60 km geschwommen.

 

Eine Woche später stand dann Moers im Sportpark Rheinkamp an. Hier reiste ich pünktlich zum Beginn um 11 Uhr und war am Anfang fast alleine auf der zum Beginn einzigen "Schnellschwimmerbahn".

Nach und nach wurde es voller und die meisten überholten mich alle paar Bahnlängen. Solange aber immer noch wenige andere Schwimmer von mir überholt wurden, war ich ja richtig in der "Schnellschwimmerbahn". Ich machte immer wieder kurze Pausen, jedoch gegen 20 Uhr fühlte ich mich garnicht mehr so wohl und entschloß, nach Hause zu fahren, um etwas zu schlafen.

Zu diesem Zeitpunkz hatte ich 15.750 m erreicht. Gegen 3.30 Uhr wurde ich wach und fuhr wieder nach Moers. Man begrüßte mich als erster "ausgeschlafener Schwimmer". Ca. 10 Schwimmer befanden sich auf allen Bahnen zusammen. Nach und nach wurden die Bahnen zwar voller, aber bei ca. 8 Schwimmern in meiner Bahn war die Obergrenze erreicht, so daß man ganz gur schwimmen konnte.

Da mir bei meinen Schwimmrunden und auch beim Beobachten der Bahnen bei meinen Pausen kein Schwimmer auffiel, den ich schon länger sah, witterte ich die Chance, vielleicht sogar einen Siegerpokal zu ergattern. Bei den Frauen war ich mir aber sicher, daß sogar mehrere mehr Kilometer gemacht haben würden. Die Chance den "Männerpokal" gewinnen zu können trieb mich immer weiter, so daß ich etwa eine halbe Stunde vor Schluß der Veranstaltung 28 km erreicht hatte.

Bei der Siegerehrung erfuhr ich, daß ich tatsächlich den Männersiegerpokal ergattert hatte. Es gab Wertungen für 3 verschiedene Kinder- und Jugendaltersklassen und eine Erwachsenenklasse.

Ein Jugendicher hatte 400 m weniger als ich und nur eine Frau hatte mehr als ich und das weit vor mir: 36.500 Meter.

Das Bild zeigt links die Urkunde von Moers, darüber die kleine Medaille für alle Teilnehmer in Gold für mehr als 5 km. Die größere Medaille bekamen die 3 Erstplatzierten aller Wertungsklassen und der kleine Pokal der Sieger der Wertungsklasse.

Rechts im Bild die Urkunde und die Teilnehmermedaille von Aachen. Die Badekappe konnte man für 7,50 Euro käuflich erwerben, was ich im Hinblick auf meine Badekappensammlung auch tat.

 

Wieder eine Woche später (26./27.01.2019) stand dann das 24-Stunden-Schwimmen in Wuppertal auf meinem Plan.

Da an dem Wochenende auch die Winterlaufserie meines Vereins anstand und ich zunächst dort die Leihchipausgabe geleitet habe, konnte ich erst gegen 18.30 Uhr in Wuppertal eintreffen. In der Umkleide passierte dann folgendes: Ich hatte bereits ein paar Sachen ( unter anderem meinen Rucksack mit Autoschlüssel, Haustürschlüssel und Geldbörse mit allen Papieren ) in einen Spind verstaut, als ich nach kurzem Wegschauen und Wegdrehen vom Spind, feststellte, daß mein Spind verschlossen war und der Schlüssel weg war.

Daraufhin holte ich über die Veranstaltungsleitung den Hausmeister, der mit seinem Zentralschlüssel den Spind öffnete. Glücklicherweise waren alle Sachen noch vorhanden, so daß ich als einzige Erklärung mir vorstellen konnte, daß jemand einfach nur versehentlich meinen Spind abgeschlossen hatte - aber es war auch kein Spind in der Nähe, in der Sachen waren und eben noch geöffnet war.

Nach diesem ersten Schreck konnte ich dann endlich zum eigentlichen Ziel meines Besuchs kommen: Das 24-Std.-Schwimmen.

Schon beeindruckend, 20 Bahnen mit einer Länge von 25m vorzufinden. Ich begab mich an das Ende der Halle, stellte meine Tasche mit meiner Verpflegung für die nächsten Stunden ab und fragte gleich auf der Letzten Bahn nach, ob ich da schwimmen dürfte.

Das verneinte man mir überraschenderweise, da sich gerade einmal 4 Schwimmer in der Bahn befanden - bei der Nachfrage war die Begründung die baldige Schließung der Bahn.

Gleich auf der nächsten Bahn hatte ich Glück und konnte so beobachten, daß die von mir zuerst angefragte Bahn noch etwa 2 Stunden betrieben wurde.

Es lief ganz gut, was auch daran lag, daß sich nie wirklich viele Schwimmer in der Bahn befanden, so daß auch die Brustschwimmer nicht als "Hindernis" empfunden wurden.

Ich machte wie üblich immer wieder kleine Pausen und konnte so mein "persönliches Minimalziel" von 12 km vor Mitternacht erreichen.

Nun ging es daran, mein "Traumziel für diese veranstaltung" zu erreichen und das waren 22 km, womit ich bei den 3 24- bzw. 25-Stunden-Schwimmen an 3 Wochenenden hintereinander 60 km erreichen würde.

Dieses Ziel konnte ich dann kurz vor 6 Uhr morgens erreichen mit exakt 22,15 km. Somit hatte ich mit Aachen (10 km), Moers (28 km) und Wuppertal insgesamt 60,15 km erreicht und damit einen schönen Anfang für mein Ziel 250 km in meinem "Projekt 250" gemacht.

Nachsatz: Ich hatte mein bisher einziges 24-Stunden-Schwimmen in Wuppertal 2013 gemacht und dabei den Veranstalter darauf hingewiesen, daß einem Betrug Tür und Tor dadurch geöffnet ist, weil man die Karten, auf denen die geschwommenen Meter lediglich mit Kugelschreiber markiert wurden und dann bei verlassen der Bahn ohne irgendeine Kennzeichnung dem Schwimmer mitgegeben wird, wo dieser unendliche Kreuze selbst machen kann.

Die Antwort war damals: Dann betrügt man sich doch selbst.

In diesem Jahr wurden zumindest Namenskürzel unter die bisher erreichte Strecke gemacht - auch nicht optimal, aber zumindest ein Schritt in die richtige Richtung !